Ubuntu sei dank, ich bin jetzt Beta-Tester

Vor zwei Tagen habe ich meine Ubuntu-Installation auf die aktuelle Version 8.04 befördert. Das Update lief sauber durch; die neue Version werkelt rund. Auf dem schon leicht betagten Notebook, das ich gerade zur Verfügung habe – ein Medion MD41100 mit Centrino-Chipsatz (Pentium M, Intel WLAN 2100, i855 Chipsatzgrafik) – funktioniert alles out of the box einschließlich Suspend-to-disk mit späterem Aufwecken. Alles quadratisch, ordentlich, praktisch – wenn da nicht eine anachronistische Novität wäre: Firefox 3 Beta 5.

Heiliger Strohsack, es ist wirklich war: Ubuntu beginnt seinen neuen Zyklus, dessen Fokus angeblich auf Stabilität und Bedienerfreundlichkeit liegt, mit einer Beta-Version! Nicht irgendeiner! Mit einer Beta des Web-Browsers! Wenn das ein Versuch gewesen sein sollte, die technologische Marktführerschaft unter den Linux-Distributionen für sich zu reklamieren, dann ist dieser Versuch ziemlich schief gegangen. All die hübschen Verbesserungen des Firefox-Interfaces sind mir nämlich ziemlich schnuppe, wenn ein so wichtiges Add-on wie Firebug plötzlich seinen Dienst versagt und zwangsweise deaktiviert wird. Und Firebug ist nicht die einzige Erweiterung, die streikt.

Webbrowser gehören zu den Kernanwendungen eines Desktop-Betriebsystems. Beta-Versionen sind etwas für Software-Tester. Ich will aber auf meinem Produktiv-System keinen Browser testen. Ich möchte bei einem so wichtigen Stück Software einfach, dass es funktioniert. Und ich glaube auch, dass die Millionen anderer Ubuntu-User, die jetzt eine Firefox-Beta auf der Platte haben, auch nicht unbedingt als Freiwilligen-Armee für Browser-Tests herhalten wollen.

Natürlich könnte ich jetzt parallel die stabile Zweier-Version des Firefox installieren, eine neues Profil anlegen, auf das der Beta-Dreier nicht losgelassen wird, und dort meine Erweiterungen wieder zum Leben erwecken. So blöd es klingt: Ich muss es wohl machen, um wieder richtig arbeiten zu können. Aber irgendwie fühle ich mich dabei wie ein verspätetes Browser-Kriegsopfer.

Wenigstens gibt es noch Hoffnung: Die neue Ubuntu-Ausgabe – Codename Hardy Heron – ist als LTS-Version gekennzeichnet. LTS heißt Long Term Support mit drei bis fünf Jahren Updates. Genug Zeit also, dass auch aus der Firefox Beta eine Vollversion wird. Kinder, was für eine Schappsidee.

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