Brother MFC druckt und scannt unter Ubuntu

Ja, es ist inzwischen wirklich gaaanz einfach, ein Brother Multifunktionsgerät unter Linux flott zu machen. Die Japaner haben ihre Treiber, die sowohl als RPM- als auch als Debian-Pakete (teilweise auch für 64 Bit) zum Download bereit stehen, weiterentwickelt. Unter dem neuen Ubuntu Hardy läuft neben dem Drucker auch der Scanner bei meinem MFC-9880 nach Installation eines vom Hersteller angebotenen Treiberpaketes. Einfach so. Ohne Gefrickel an irgendwelchen Konfigurationsdateien. Ohne Root-Rechte. Und nein, es war vorher nicht so einfach, ein Brother Multifunktionsgerät unter Linux flott zu machen. Und noch mal nein: Bis auf HP gibt es keinen anderen Hersteller, der eine vergleichbar gute Linux-Unterstützung ins Feld führen kann.

Brother stellt in seiner (leider nur englischsprachigen) Linux-Sektion Treiber für über 100 Fax- und Kombigeräte bereit. Die Funtkionen Druck, Scannen und Fax werden separat installiert. Zudem gibt es auf der Brother-Website FAQs, und auch der Linux-bezogene Mail-Support ist nach meiner Erfahrung reaktionsfreudig.

Drucker: Die Druckersektion meines MFC-9880 wurde nach dem Anstecken des USB-Kabels automatisch erkannt und der Foomatic-Treiber für den Brother MFC-9600/HL1250 installiert. Ich habe deshalb die auf der Brother-Website bereitgestellten LPR– und Cups-Druckertreiber gar nicht mehr installiert. Brother listet dort übrigens Treiber für über 100 Gerätemodelle.

Scanner: Der Scanner war ein Problemkind. Vor einem Jahr noch habe ich vergeblich versucht, ihn in Ubuntu zum Laufen zu bringen. Inzwischen geht es – selbst unter 64 Bit – ganz einfach, und auch der Gutsy-Howto-Thread im Ubuntu-Forum dürfte sich damit erledigt haben.

1. Schritt: Das Linux-Scanner-Interface Sane und seine grafische Oberfläche Xsane installieren:

ego@2710p:~$ sudo apt-get install sane xsane

2. Schritt: Das passende Sane-Treiberpaket herunterladen. Brother anhand der Geräteliste den Treiber Brscan oder Brscan2 auswählen. Schließlich noch die gewünschte Architektur (386 für 32-Bit-Systeme, AMD64 für 64-Bit-Systeme) berücksichtigen und Download klicken.

3. Schritt: Den Brother-Treiber installieren. Im Beispiel verwende ich den 64-Bit-Brscan-Treiber für das MFC-9880. Ändern Sie den Dateinamen, wenn Sie einen anderen Treiber heruntergeladen haben.

ego@2710p:~$ sudo dpkg -i Desktop/brscan-0.2.4-0.amd64.deb

Der Scanner war damit fertig installiert und konnte unter Xsane (bei meiner Xubuntu-Installation unter Applications -> Grafik -> Xsane zu finden) zur Nutzung ausgewählt werden.

Scan-Key-Tool: Optional stellt Brother auf derselben Seite auch noch eine Unterstützung für die Scan-Taste am Gerät bereit. Damit wird es möglich, vom MFC aus einen Scan in den angeschlossenen Linux-Rechner zu starten. Die Datei zum Download wählt man aus der Treibermatrix nach dem zuvor dargestellten Verfahren herunter und installiert das Tool mit

ego@2710p:~$ sudo dpkg -i brscan-skey-0.2.1-1.amd64.deb

Das Tool wird mit dem Befehl brscan-skey gestartet. Falls gwünscht, kann man den Befehl unter Sytem-Einstellungen zu den Autostart-Programmen hinzufügen, so dass die Scan-Taste automatisch unterstützt wird.

Fax: Hier hapert es noch. Brother listet rund 70 Modelle, die mit dem bereitgestellten Fax-Treiber für LPR und Cups kompatibel sein sollen. Das MFC-9880 ist nicht darunter. Zudem sind diese Treiber nur für die 32-Bit-Architektur verfügbar. Ich konnte die Installation deshalb nicht testen.

Unter dem Strich: Kombigeräte unter Linux sind ein heikles Thema. Viele Hersteller liefern nur Windows-Treiber. Da die Treiber-Architektur nicht offengelegt wird, kommt die Linux-Unterstützung dann bestenfalls später, wenn die Geräte nicht mehr aktuell sind – oder nie. Oft lässt sich bei einem Kombigerät unter Linux nur der Drucker verwenden. Wie man sieht, hat sich auf diesem Gebiet bei Brother einiges getan. Zudem liegen Brother-Geräte preislich recht günstig und kommen oft mit drei Jahren Garantie. All dies sollte sie für Linux-Nutzer zunehmend attraktiv machen.

4 Gedanken zu „Brother MFC druckt und scannt unter Ubuntu

  1. P. Weissenberger

    bin absoluter Neuling in Sachen diverser Druckerinstallationen z.B. für Brother MCF 9880 und QMS Magicolor 2. Der Brother ist ein Laser Multigerät, der QMS ein Laser Farbdrucker.
    Beide Drucker erfüllen nur bestimmte Aufgaben, also nicht für die üblichen täglichen Ausdrucke.
    Der Einsatz beider Drucker wäre ein großer Vorteil für mich.
    Als täglichen Drucker verwende ich den HP LaserJet 5L. Der war ohne Probleme betriebsbereit.
    Ich wäre Ihnen oder Ihrem Team sehr dankbar, mir bei dieser schwierigen Aufgabe zu helfen.
    Gerne höre ich wieder von und verbleibe

    mit freundlichen Grüssen
    Peter Weißenberger

  2. Dirk Artikelautor

    Bei uns ist der MFC 9880 immer noch im Einsatz, wenn auch nur als Drucker, nicht mehr zum Scannen. Nach wie vor funktioniert aber der bei Ubuntu schon mitgelieferten Open-Source-Treiber „Brother MFC-9600 Foomatic/hl1250 (recommended)“. Wenn Sie den Drucker per USB anstecken, sollte er erkannt werden; wenn nicht, sollten Sie über die Systemeinstellungen/Drucker diesen Open-Source Treiber von Hand auswählen. Dann druckt er; für den Scanner ist die Brother-Software notwendig, die ich aber nicht mehr installiert habe, da sie vermutlich inzwischen hoffnungslos veraltet ist und mit aktuellen Ubuntu-Versionen nicht mehr funktioniert.

  3. Peter Weissenberger

    sehr geehrte Damen und Herren,
    wie sooft im Leben geht vieles mal daneben.
    Aus Eurem Hause bekam ich am 17.11.13 freundlicherweise 2 Links für meinen Brother MFC 9880 unter dem Betriebsystem LINUX – derzeit DEBIAN 7.4 oder auch ähnliche Derivate. Ich bin damals aus baulichen Gründen nicht zur Installation gekommen. Zwischenzeitlich habe ich aus Unachtsamkeit meine Festplatte mit den gespeicherten Links zerschossen. Nun stehe ich wieder da wie vor.
    Dürfte ich Sie höflich um erneute Links bzw. Treiber für obiges Gerät bitten. In der Wahl des Betriebsystemes Linux bin ich auf 32 ger Architektur eingegrenzt, aber auf jeden Fall nur Ubuntu Derivate. Das installierte Debian läuft mit der 32 Bit Version sehr gut.

    Vielen Dank und freundliche Grüße

    Peter Weißenberger

  4. Dirk Artikelautor

    @Peter Weissenberger: Mein Kommentar von 17.11.13 steht immer noch da (etwas weiter oben!). Weitere Links habe ich nicht verschickt!

    Ansonsten: Bitte nicht in anderen Blog-Postings, die nichts mit den Thema Brother zu tun haben, weitere Fragen zum Brother stellen. Ich habe sie dort weggelöscht und setze hier noch einmal an. Ihre Frage lautete:
    „Ich habe im installierten Betriebsystem DEBIAN 7.4 ein Problem.
    Ich beginne mit dem Befehl sudo apt-get install Sane Xsane return.
    Dann folgt bekanntlich die Abfrage des Passwortes, da blinkt der Cursor. Dahinter kann nichts eingeben.
    Ich habe selbiges Problem auch bei anderen Vorhaben z.B. bei PPA Tewakui u.a.“

    Wenn Sie „sudo “ eingeben, dann folgt tatsächlich die Eingabe des Passworts. Dass Sie außer dem blinkenden Cursor nichts sehen, ist schon ganz richtig, denn die Eingabe des Passworts erfolgt „blind“ ohne Anzeige auf dem Bildschirm. Geben Sie also Ihr Passwort ein, dann Enter, und Sie werden – sofern Sie das richtige Passwort eingegeben haben – als „root“-User erkannt sein.

    Da Sie in Debian und nicht in Ubuntu sind, ist sudo möglicherweise auch gar nicht eingerichtet (bin mir nicht sicher, wie Debian das in der Desktop-Version heutzutage macht). In diesem Fall müssen Sie „su“ eingeben und dann das Root-Passwort (im Gegensatz zu sudo und Ubuntu, wo es kein root-Passwort gibt, sondern das eigenen Nutzer-Passwort eingegeben werden muss).

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