Mein Olympia 2012 in London per Fernsehen und via nok.de

Seit 1992 habe ich als akkreditierter Journalist von neun Olympischen Sommer- und Winterspielen vor Ort berichtet. Den Spielen in London schaue ich zum ersten Mal nur am Fernsehen zu (herrje, Poschi). Damit Kulturschock und Entwöhung nicht zu groß werden, mache ich in Berlin Heimredaktion für zwei Olympia-Bücher und starte endlich mal eine – meine – Olympia-Website mit der schönen Domain nok.de.

Unter dieser Domain fand sich früher mal die Homepage des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland, die ich als Webmaster technisch betreut habe. 2006 ging das NOK in den Deutschen Olympischen Sportbund auf und beendete seine Existenz. Was blieb, war die Domain. Schönen Dank an den damaligen DOSB-Pressechef Gerd Graus, der mir mitteilte, dass der DOSB die Domain nicht mehr brauche. Und nein, mit dem DOSB hat nok.de nichts mehr zu tun,

Mit der Domain habe ich lange Zeit nichts veranstaltet. Einmal, weil ich keine Zeit dafür hatte. Zum anderen wollte ich sie auch nicht verkaufen oder als Linkschleuder missbrauchen. Nun habe ich sie kurzentschlossen vor den Spielen von London neu angeworfen, im Content Management System eine Website aufgebaut und die ersten Inhalte hinterlegt. Die Idee ist, die Website als nicht kommerzielles, privates Abfallprodukt meiner Olympia-Redaktionsarbeit zu nutzen und dabei solche Dinge wie RSS-Feedreader, Web-Scraping und Google Docs auszuprobieren. Die Schlagworte dazu heißen webbasierte, kollaborative Tools, Werkzeuge des Datenjournalismus‘ und Kuratieren von Inhalten. Sagte ich Abfallprodukte? Das Reizvolle daran ist ja, dass aus vermeintlichen Abfallprodukten dann wieder etwas Neues, für einen selbst oder für andere Nützliches, werden kann.

Inwieweit ich diese schönen Vorsätze während der nächsten 14 olympischen Tage auf nok.de mit Inhalt füllen kann, weiß ich selbst noch nicht genau. Die meisten Olympia-Bücher werden heutzutage im Schnellschuss-Verfahren produziert, das heißt, die Verlage bringen sie schon kurz nach den Spielen heraus, bevor das Publikums-Interesse wieder erlahmt. Für mich bedeutet das, ähnlich wie bei einer Tageszeitung in die tägliche Produktion eingebunden zu sein, nur eben nicht mehr als Schreiber, sondern als Redigierer und Schlussredakteur. Mal sehen, wie viel Zeit mir da während der Produktion noch bleibt für nok.de.

Ein Gedanke zu „Mein Olympia 2012 in London per Fernsehen und via nok.de

  1. gerda

    Endlich! In zwei Wochen beginnen die wirklich wichtigen Olympischen Spiele, die Paralympics = Zukunft (Cyborgs, Roboter, High-Tech)!

    Die klassische Olympiade ist zum Glück Vergangenheit (= Korruption, Doping, Medien und Idioten überall)…

    Schade aber, dass keine Sau Paralympics guckt…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.